Massentierhaltung & der Tierschutz

Tierschutz ist in Deutschland seit 2002 im Grundgesetz als Staatsziel (Artikel 20a) verankert.

Im Tierschutzgesetz steht in §2:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Er darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden… 

Die Realität in der Nutztierhaltung wird aber zunehmend von Tierfabriken bestimmt. Knapp 30 Millionen Schweine und über 50 Millionen Hühner und Puten, außerdem Millionen Rinder vegetieren in Anlagen vor sich hin, in denen sie aus Kostengründen auf engstem Raum gehalten werden. Eingesperrt in Käfige oder Kastenstände haben sie kaum Möglichkeit zur Bewegung. Kannibalismus und Federpicken führen eindringlich vor Augen, welchem Stress die Tiere ausgesetzt sind. Damit diese Art von Tierhaltung funktioniert bedarf es alarmierend viele Medikamente – besonders Antibiotika. Obwohl 2006 Antibiotika als Leistungsförderer verboten wurden, ist die Menge der eingesetzten Antibiotika, in Regionen mit hoher Tierdichte wie Niedersachsen erheblich angestiegen. Kein Wunder: Zucht und Haltungsbedingungen setzen den Tieren derart zu, dass einzig Medikamente verhindern können, dass viele schon vor dem Schlachthof zu Grunde gehen.

Bildquelle:ProVieh

Ursache für diese Realität ist die Nutztierhaltungsverordnung. Nach dem Tierschutzgesetz ist das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Bundesministerium) dazu ermächtigt, die Anforderungen an die Haltung von Tieren näher zu bestimmen und dabei insbesondere Vorschriften zu erlassen, die die Anforderungen an die Haltung von Nutztieren detailliert regeln. Hier bekommt man den Eindruck, dass es bei der Nutztierhaltungsverordnung einzig und allein um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produzenten geht, wobei ein Minimum an Tierschutz eingehalten werden muss.